Raumgestaltung und Entwerfen, raumgestaltung.tuwien.ac.at
RAUM
TU Wien, Architektur und Entwerfen, Karlsplatz 13/253.3, 1040 Wien

Exponat Architektur

Ein neuartiges Sammlungsdisplay für das Architekturzentrum Wien

Das Sammeln und Ausstellen von Architektur wirft Fragen auf, die das Selbstverständnis unserer Disziplin ebenso betreffen wie jenes von Museen und Archiven. Historisch hatten universitäre Lehrsammlungen mit Architektur-Zeichnungen, -Modellen und -Fotografien Vorbildcharakter für Architekturstudierende. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben Architektursammlungen eine andere Ausrichtung und finden heute daher Platz in Museen und Archiven: sie wenden sich zum einen an eine breite Öffentlichkeit und zum anderen vor allem an spezialisierte Historiker und Forscher. Mit der Moderne wird die Architekturausstellung zudem Demonstrationsraum und Propagandainstrument zeitgenössischer Architekten und Künstler: die Ausstellung selbst avanciert zum Exponat.

Mit dem Architekturzentrum Wien (Az W) steht eine bedeutende Architektursammlung der Moderne im Fokus. Die Frage, welche Sammlungs- und Ausstellungsstrategien das Az W im Kontext anderer Architektursammlungen sowie im Kontext des internationalen Architekturdiskurses entwickelt hat und in Zukunft entwickeln wird, steht am Anfang einer kuratorischen Betrachtung. Im Austausch mit den Kuratorinnen des Az W und in der Auseinandersetzung mit der Az W-Sammlung werden die Studierenden im ersten Schritt Analysen und darauf aufbauend kuratorische Konzepte für das Sammlungsdisplay des Az W entwickeln. Im nächsten Schritt werden sie daraus Thesen für Raummodelle des Ausstellens und den architektonischen Entwurf von Ausstellungsdisplays erarbeiten. Ein neuartiges Sammlungsdisplay für das Az W bildet das Ergebnis des Großen Entwerfens.

Das Verhältnis von Sammlung, Forschung und Vermittlung wird auf verschiedenen Ebenen theoretisch untersucht und zum Ausgangspunkt für die kuratorischen und architektonischen Modelle des Ausstellens. Dabei werden spezifische Narrative wie die Wiener Moderne vor dem Hintergrund der politischen Geschichte Österreichs in Bezug auf aktuelle Fragestellungen thematisiert. Durch die gezielte Verbindung der heterogenen Ebenen Sammlung, Forschung und Vermittlung wird das Ausstellen in kuratorisch-architektonischer Hinsicht zu einer Disziplin des Zwischenraums: das Ausstellen hat die Aufgabe, unterschiedliche Perspektiven, Rezeptionen und Kenntnisse miteinander zu vernetzen und dadurch der gesellschaftlichen Fragmentierung des Wissens Formen des Austauschs und der Beziehung zwischen gegensätzlichen Akteuren und Feldern entgegenzusetzen.

Lehre

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