Der öffentliche Innenraum

Masterentwerfen SS19 - Museum der Architekturzeichnung

Kunstmuseum Shiraz, Alvar Aalto, Alvar Aalto Museum Jyväskylä

 

Einführung:
Do, 07. März 2019, 10.00 Uhr, Projektraum 15

 

„Raum, so wird oft gesagt, ist das Wesen oder das grundlegende Medium der Architektur. Wenn es aber unklug ist zu meinen, das Sehen bestehe aus Bildern, warum ist es dann irgend klüger, sich das Sehen räumlich zu denken?. Architektur und Geometrie sind durch das Verfahren des Entwerfens mittlerweile eng ineinander verflochten. Dadurch und durch die Verbildlichung des subjektiven Bewusstseins traten die Kräfte des Vorstellungsvermögens in den Vordergrund. Architektur, Geometrie und Bilder: Sie alle bringen den Raum als stillen Partner mit ein.“
Robin Evans, Durch Papier Sehen

 

Architektonischer Raum, bildliche Darstellung, Zeichnen, Umzeichnen sowie Umbauen und Weiterbauen als „Überlagerung verschiedener zusammentreffender Raumgedanken“ (Hermann Czech) stehen im Mittelpunkt dieses Entwurfsprojekts.

 

Inwieweit beeinflusst der urbane Raum die Konditionen des Innenraums? Soll im Sinne der Moderne ein Kontinuum zwischen Innen und Außen bestehen? Oder wie Aldo Van Eyck meinte: „Stattdessen muss der Übergang durch Mittel gestaltet werden, die selbst definierte Orte des Dazwischen sind und die gleichzeitig die Aufmerksamkeit darauf lenken, was auf der einen und was auf der anderen Seite von Bedeutung ist“? Und welche Rolle spielt die Gestaltung von Eingängen, Übergängen, Schwellen- und Zwischenräumen für die Permeabilität zwischen Außen- und Innenräumen? 

 

Giambattista Nolli hat bereits 1748 einen Plan von Rom gefertigt, in dem die Stadt als Raumsequenz bestehend aus Wegen, Plätzen und öffentlichen Innenräumen dargestellt wird. Eine Rekonstruktion von räumlichen Erlebnissen in der Stadt: Innerhalb des Stadtgefüges bilden sich Raumfiguren, die sich von ihrer Umgebung abheben und stadträumliche Hierarchien sowie bedeutende Orte definieren.  

 

Die Raumsequenz werden wir im Inneren des Gebäudes weiterverfolgen. Eingangshallen, Treppen, Vestibüle, Verbindungsräume und Korridore ermöglichen nicht nur die Bewegung zwischen einzelnen Räumen, sondern gliedern und setzen sie in Beziehung zueinander. Sie leiten, grenzen Funktionen voneinander ab und markieren die Zugänglichkeit einzelner Bereiche. Die Durchwegung des Bauwerks - im Sinne einer „promenade architecturale“ - bietet durch stetigen Perspektivenwechsel eine differenzierte Wahrnehmung. 

 

Welche Räume und Raumabfolgen braucht es aber, um die Begegnung zwischen Betrachter und Exponat, in unserem Fall die Architekturzeichnung, zu ermöglichen? Ist die Architekturzeichnung lediglich eine reduzierte Abbildung des Bauwerks oder ist sie, als Ideenträger ebenso als signifikanter Bestandteil der Architektur aufzufassen? Und wie gehen wir mit dem Paradox um, dass wir die Bewegung im Raum und die damit verbundene körperliche Erfahrung in den Mittelbpunkt setzen, um mit der Zeichnung ein physisches Objekt zu inszenieren, das eine Räumlichkeit evoziert aber keine enthält? 

 

Aufgabenstellung

Das Entwerfen ist als research-based-design Projekt konzipiert. Basierend auf einer tiefgehenden Erforschung vorgegebener Themen sollen die TeilnehmerInnen ihre Projekte für ein Museum der Architekturzeichnung entwickeln. Das Schwergewicht der Untersuchungen liegt auf Erscheinungsformen des öffentlichen Innenraums und der damit zusammenhängenden räumlichen Abfolge, vom Stadtraum zum Innenraum eines Bauwerks. Durch nähere Betrachtung werden ausgewählte Beispiele hinsichtlich ihrer materiellen und immateriellen Eigenschaften analysiert. Die Studierenden sollen durch das Zeichnen sehen lernen und sich dadurch unterschiedliche Entwurfszugänge aneignen.

 

Für das Museum der Architekturzeichnung sind zwei Bauplätze in der Wiener Innenstadt vorgesehen. Dabei handelt es sich um einen Neubau (Ecke Fleischmarkt, Bauernmarkt) und einen Umbau eines Bestandsgebäudes aus der Nachkriegszeit (ebenfalls am Bauernmarkt). 

 

Termine

Einführung: Do, 07. März 2019

Workshop I: Do, 02. – Fr. 03. Mai 2019

Workshop II: Do, 06. – Fr. 07. Juni 2019 

 

Die Betreuungstermine finden Donnerstags ab 9.00 Uhr (Alternative je nach Gruppengröße Dienstags ab 9.00 Uhr) im Projektraum 15 statt. Terminänderungen vorbehalten!

 

 

 

Weitere Informationen:

Änderungen vorbehalten - bitte beachten Sie die Newsbeiträge im TISS.

Handzettel

 

 

 

 

 

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