Architektur im Museum

Im Rahmen des Entwerfens: Der öffentliche Innenraum – Museum der Architekturzeichnung

 

Vorträge und Diskussion von und mit
Monika Platzer, Andreas Nierhaus, Wilfried Kuehn 
Im Rahmen des Entwerfens: Der öffentliche Innenraum – Museum der Architekturzeichnung.

Donnerstag, 09. Mai 2019, 09.30 Uhr
TU Wien, Konferenzraum der Fakultät Architektur und Raumplanung, Stiege 6, 4. Stock

 

„Je nach Neigung Geldmitteln und jeweiligem Können gibt es das Museum als Tempel, als Weihestätte, als Fabrik, als Volkshochschule, als Mausoleum, als Kunstgrab, als Experimentierfeld, als Bauhaus, Akademie, Kongresszentrum, Laboratorium - oder als ein Konglomerat aus all diesem.“ O. M. Ungers  Vorlesung an der TU Berlin, 1964.

 

Was sind die Aufgaben eines zeitgemäßen Architekturmuseums? Sammlungen von Baudokumentationen, Architekturmodellen und -schriften können bis ins hohe Mittelalter zurückverfolgt werden. Anfänglich dienten sie zu Studien- oder Repräsentationszwecken und waren wie die Wunderkammern ihren wenigen Sammlern vorbehalten. Seit dem 19. Jahrhundert werden sie öffentlich präsentiert und sind damit Teil einer Museumskultur geworden. Die systematische Bildung von öffentlich zugänglichen Architektursammlungen sowie spezialisierten Archiven und die Errichtung eigenständiger Architekturmuseen im 20. und 21. Jahrhundert folgt einer sich ändernden Wahrnehmung der kulturellen und gesellschaftlichen Rolle und Bedeutung von Architektur.  

 

Wie ist die Architekturzeichnung in den musealen Kontext zu setzen? Ist die Zeichnung primär eine Darstellung des Bauwerks, ist sie als Ideenträger selbst signifikanter Bestandteil der Architektur oder ist sie zuerst als autonomes Werk aufzufassen? Im Zusammenhang mit dieser Rollenzuschreibung stellt sich sodann die Frage nach ihrem Erscheinen im Raum, dem analogen Museumsraum wie dem virtuellen Raum des digitalen Wissensaustausches.

 

Der Raum des Museums beschäftigt uns auch in seiner Rolle als öffentlicher Innenraum. Welche Räume und Raumabfolgen ermöglichen und konditionieren die Begegnung zwischen Betrachter und Exponat? Mit welchen Strategien und auf welche konkrete Weise werden Besucher unterschiedlicher Herkunft angesprochen?

 

Mit drei Vorträgen und einer anschließenden Diskussion mit:

 

Monika Platzer – „Transforming Knowledge  Die Sammlung des Az W“ 

Kuratorin und Leiterin der Sammlung des Az W, die als umfassendste Architektursammlung des 20. und 21. Jahrhunderts in Österreich gilt. Forschungsschwerpunkt: österreichische Architektur- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts. Lehrtätigkeit an der Universität Wien und an der Technischen Universität Wien, Editor von icamprint, der Mitgliedszeitschrift der International Confederation of Architectural Museums. 2014 Visiting Scholar am Center for European Studies, Harvard University, USA; aktuell Forschungsschwerpunkt zum Thema Architektur und Kalter Krieg.

 

Andreas Nierhaus – „Architektur ausstellen?“

Kurator der Architektursammlung des Wien Museums, Co-Kurator der Ausstellung anlässlich des 100. Todestages Otto Wagners. Derzeit Vertretungsprofessur an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/Main. Forschungsschwerpunkte: Architektur und bildende Kunst im 19. und 20. Jahrhundert, Historismus und Moderne, Medien der Architektur, Architekturzeichnungen, Otto Wagner und seine Schule, Richard Neutra.

 

Wilfried Kuehn – „Ausstellen, Auslegen“ 

Seit 2018 Professor an der TU Wien im Forschungsbereich Raumgestaltung und Entwerfen. 2001 Gründer des Büros Kuehn Malvezzi in Berlin zusammen mit Simona Malvezzi und Johannes Kuehn. Von 2006 bis 2012 lehrte er Ausstellungsdesign und kuratorische Praxis an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. In seinen Projekten und Veröffentlichungen setzt er sich mit der Raumproduktion im musealen Kontext sowie dem Entwurf einer kuratorischen Architektur auseinander.

 

Moderation: Basma Abu-Naim, Senior Lecturer Dipl.-Ing.

 

 

 

 

Wir freuen uns auf euer zahlreiches Kommen.
Team Raumgestaltung

 

 

 

 

 

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